Die Rabenfrau
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80 Jahre alt ist es heute, das "Tempo Taschentuch"! Am 29. Januar 1929 wurde ein Taschentuch aus Zellstoff unter dem Namen "Tempo" von den Vereinigten Papierwerken Nürnberg beim Reichspatentamt in Berlin zum Patent angemeldet. Anfangs wurden die geschnittenen Bogen noch in Heimarbeit oder Wohltätigkeitsinstitutionen von Hand gefaltet  und in Pergamin verpackt. Nachdem dafür dann Maschinen eingesetzt wurden, stieg der Absatz der Tempotaschentücher rasant an. Die Firmeneigentümer Oskar Rosenfelder und sein Bruder Emil emigrierten 1933 vor den Nazis nach England und versuchten, dort weiter zu machen. Das schlug fehl, weil es ihnen nicht gelang, das Firmenvermögen ins Ausland zu verbringen. 1935 ging die Firma in den Besitz  des Unternehmers Schickedanz aus Fürth über.
 
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Produktion 1947 wieder aufgenommen und die Taschentücher wurden seit 1949 auch exportiert. 1955 verkauften die Vereinigten Papierwerke erstmals mehr als 1 Milliarde Taschentücher. 1960 lief das Patent aus, seitdem werden Papiertaschentücher auch von  anderen großen Papierfabriken produziert. Deren Produkte erzielten aber nie den Erfolg der Tempotaschentücher, deren Name inzwischen bei uns längst zum Synonym geworden ist für Papiertaschentücher.
 
1997 kaufte der amerikanische Konzern Proctor & Gamble die Firma auf, 2007 ging sie dann in den Besitz des schwedischen Zewa-Produzenten Svenska Cellulosa Aktiebolaget über.
 
Eine ähnliche Entwicklung erlebten die Kleenextücher aus den USA, die nach dem Krieg aus dem ursprünglich als Verbandsmaterial genutzten "Cellularcotton" als Kosmetiktücher hergestellt wurden.  Sie haben sich hauptsächlich im außereuropäischen Bereich etabliert, während in Europa nach wie vor Tempos am erfolgreichsten sind.
 
Unter umweltpolitischen Gesichtspunkten ist der Erfolg der Zellstofftaschentücher etwas zwiespältig zu bewerten, immerhin wird eine Menge Holz und Wasser verbraucht zur Herstellung. Die, immerhin ungebleichten, Ökotaschentücher sind bisher nicht sehr beliebt. Die Verbraucher, auch die Rabenfrau, bevorzugen einfach blütenweiße Papiertaschentücher. Gesünder als Stofftaschentücher sind Papiertücher übrigens prinzipiell nicht, denn jedes nur einmal benutzte und dann 90°C-gewaschene Stofftaschentuch schützt genau so vor Selbstinfektionen mit Bakterien und Viren. Aber Tempos sind halt soooo praktisch...
 
Hier gibt es einen Artikel vom Stern zum 75. Jubiläum mit Abbildungen alter Tempo-Packungen.
29.1.09 12:38
 

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